Im 1. Teil meines Berichts habe ich im Hinblick auf die absehbare Obsoleszenz von Intel-Macs über die Voraussetzung und Verwendung von alternativen Betriebssystemen wie Linux geschrieben. Nachdem vom Anderwerk auf meinem MacBook Pro von 2008 schon Linux Mint vorinstalliert wurde, aber das Booten exakt 5 Minuten dauerte, habe ich nach anderen Linux-Distributionen recherchiert. Dabei bin ich auf distrowatch.com gestossen. Das Portal informiert über alle bekannten Distributionen und berichtet laufend von neuen Versionen in der Open Source Welt. Darunter ist auch eine Rangliste über die meist verwendeten Distros. Linux Mint steht von 100 gelisteten eigentlich immer an 1. oder 2. Stelle. Denn Mint ist eine Distribution, die für ihre Benutzerfreundlichkeit und Stabilität bekannt ist. Sie basiert auf der Linux-Distribution Ubuntu und bietet drei Editionen mit unterschiedlichen Desktop-Umgebungen: Cinnamon, MATE und Xfce. Okay, die Benutzerfläche von Mint ist nicht so elegant, wie es Mac-User gewohnt sind, sondern orientiert sich mehr an Windows, ist aber durchaus logisch strukturiert. Wer macOS-Feeling braucht, bekommt es mit den Distros wie Elementary OS, Deepin Linux, Zorin OS und Ubuntu Budgie. Diese laufen aber auf Macs mit Intel Core-Duo-Prozessoren meist nicht mehr sehr performant. Letztendlich entschied ich mich für Linux Mint mit der Xfce-Desktop-Umgebung, da diese grafisch weniger anspruchsvoll ist.
Seltsamerweise sind auf meinem alten MacBook die USB-A-Anschlüsse so langsam, dass ich Mint von den mit balenaEtcher erstellten bootfähigen USB-Sticks nicht installieren konnte. Die Lösung fand unser Linux-erfahrener Mac-Freund Michael Wagner. Da mein MacBook Pro noch über ein Superdrive verfügt, schlug er mir vor, es mit einer Installation per DVD zu probieren. Aber alle Versuche, mit Toast eine DVD mit einem Linux-ISO-Image bootfähig zu brennen, schlugen fehl. In einem Apple-Forum stieß ich auf einen alten Post, der beschreibt, wie man bootfähige Medien einfach mit dem Festplattendienstprogramm erstellen kann. Glücklicherweise besitze ich auch einen alten Mac mini mit OS X 10.6, in dem diese Funktion noch verfügbar war. Und siehe da, die Mint-Installation gelang mit dieser DVD auf Anhieb. Die Schnittstelle des Superdrives bietet anscheinend eine bessere Leistung als die USB-Anschlüsse. Jedenfalls lohnte sich der Aufwand. Nach der Neuinstallation startete Linux Mint auf meinem alten MacBook Pro immerhin schon nach einer Minute! Welche Erfahrungen ich mit Linux Mint 22.1 Xfce machte, erfahrt ihr im 3. und letzten Teil meines Berichts.